Wissen ohne Glauben, geht das?

Wissen ohne Glauben? Wissen war früher ein hohes Gut. Heute kann sich jeder aus den Internet Wissen ziehen. Es fängt an mit Kochrezepten und hört auf mit wissenschaftlichen Abhandlungen. In der Schule und Universität wird Wissen vermittelt. Auszubildende und Trainees lernen in einer Verbindung das Arbeiten und fachliches Know-how.

Was ist vor das Wissen geschaltet?

Unserer Meinung nach ist es der Glaube an uns, an unsere Stärken und Kompetenzen. Der Glaube daran, dass die Vision unsere Lebensbestimmung ist. Was hilft all das Wissen, wenn wir nicht an uns glauben und das Vertrauen haben, dass Erdachtes auch erfolgreich sein wird. Heute geht es häufig im Business Kontext um Zahlen, Daten und Fakten. Was helfen jedoch beispielsweise die Informationen und Wettbewerbsanalysen aus der Vergangenheit bei der Einführung von neuen Produkten oder Dienstleistungen? Bevor ich weiß, ob ein neues Produkt erfolgreich ist, muss ich daran glauben, dass es das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt für den richtigen Markt ist. Dazu bedarf es einer Abstimmung zwischen den rationalen Fakten und dem Gefühl, dass es richtig ist. In der Personalentwicklung stellen wir immer wieder fest, dass es sehr intelligente Fachkräfte gibt, die viel Wissen haben, doch fehlt ihnen etwas, um erfolgreich zu sein. Es ist der Zugang zu den zielführenden inneren Ressourcen, und zwar dann, wenn es wichtig sind. Das setzt Vertrauen und Selbstbewußtsein voraus. Also zu glauben, ohne zu wissen. Es geht um ein stimmiges Gefühl beim Treffen von Entscheidungen und das heißt nichts anderes, als das innere Wissen zu haben, den Glauben zu haben, dass der nächste Schritt in Ordnung ist. Erst wenn wir das Wissen mit unseren Gefühlen abgleichen können, gehen wir unseren eigenen Weg.

Coaching ist dabei ein probates Mittel, um den eigenen Weg zu finden. Glauben, der hier mit der inneren Gewissheit gleichgesetzt wird, ist dem Wissen vorgeschaltet. Erst wenn ich eine Sache gemacht habe, oder Wissenschaftler Dinge in Versuchsanordnungen überprüft haben, wird etwas zum Wissen. Wir haben jedoch im alltäglichen Umgang mit uns und als Führungskräfte mit Mitarbeitern nicht immer das Wissen, wie es geht. Also geht es um innere Stimmigkeit, das Gefühl, dass eine Entscheidung, ein Vorgehen oder ein Gespräch erfolgreich sein wird. Dieses Vertrauen und Glaube an sich selbst führt dazu, dass wir intuitiv den Zugang zu den uns innewohnenden Ressourcen haben, um Probleme zu lösen und Ziele zu erreichen. Die große Herausforderung ist, unterscheiden zu können, welches Wissen notwendig ist.

Im Coaching geht es deshalb immer wieder darum, dem Klienten den Zugang zu seinen Gefühlen und zu seiner Intuition zu öffnen, damit der Mensch mit Wissen und Glauben seinen eigenen Weg gehen kann.

Autor: Carsten Schaeffer

www.mentalenz.de