We 💛 teamwork!?

Laut einer europäischen Studie von Dropbox und der School of Life bevorzugen 62 % der befragten Deutschen Wissensarbeiter Teamarbeit. Das hat mich doch erstaunt. Zwar kenne ich nur Wenige, die sich der Forderung nach immer mehr Arbeit im Team ausdrücklich verweigern, aber dass in einer anonymen Umfrage Teamarbeit auf der Beliebtheitsskala so gut abschneidet (nur 19 % gaben an, am liebsten alleine zu arbeiten), wer hätte das gedacht? Sieht man genauer hin, stellt sich allerdings heraus, dass es den Anhängern der Teamarbeit weniger um den kreativen Austausch unter KollegInnen geht, als um die Möglichkeit, Unterstützung zu bekommen. Ist das Teamgeist? Oder doch nur Toll, Ein Anderer Macht’s?

Ausschlaggebend dafür sind zum einen die Teamziele. Werden statt der Erreichung des Teamziels Einzelleistungen honoriert, wundert das wenig.

Beziehungen sind entscheidend für den Erfolg von Teams.

Gleichzeitig, und auch das dokumentiert die Studie, sind Beziehungen entscheidend für den Erfolg von Teams. Ob Menschen gut zusammenarbeiten hängt im Wesentlichen von der in ihrem Arbeitsumfeld gelebten Kultur ab. Unterstützende Technologie in Form von Collaborations-Tools alleine genügt nicht.

Für viele Menschen ist gute Zusammenarbeit beinahe gleichbedeutend mit Harmonie. Die allerdings ist gemeinsam mit Homogenität der Feind der Teamsynergie, die sich aus einer offenen, sachbezogenen Diskussion speist und auf der Suche nach der besten Lösung ist.

Um eine solche Diskussion führen zu können, braucht es vor allem Vertrauen.

Vertrauen, dass auch auf den ersten Blick abwegige Ideen Gehör finden.
Vertrauen, dass TeamkollegInnen zwischen Person und Sache unterscheiden können und niemand ausgegrenzt oder persönlich kritisiert wird, weil sie oder er in der Sache eine abweichende Position vertritt.
Vertrauen, dass nicht jeder Beitrag direkt als brauchbar/nicht brauchbar bewertet wird.
Vertrauen in die eigene Expertise und in die Expertise der andern Teammitglieder.
Vertrauen, das es erst möglich macht, Teamkollegen in die Pflicht zu nehmen
… und mehr. Die Liste ließe sich fortführen.

Vertrauen ist die Basis aller echten Teamarbeit.

Ohne Vertrauen werden Konflikte auf Sach- und Beziehungsebene gedeckelt. Das führt dazu, dass wertvolle, scheinbar konträre Meinungen nicht integriert werden können. Und ganz nebenbei geht sehr viel Energie verloren.

Vertrauen ist nicht von heute auf morgen einfach da, nur weil man Mitglied des selben Teams ist. Aber Vertrauen kann wachsen, oft auf der Grundlage eines Vertrauensvorschusses innerhalb einer vertrauensvollen Unternehmenskultur. Teamentwicklung und Teamcoaching können die Bildung einer vertrauensvollen Grundlage für eine gute Zusammenarbeit im Team gezielt fördern.

Erst wenn die Mitglieder eines Teams sich vertrauen, werden Sie Teamarbeit wirklich „lieben„.

Autorin: Corinna Lütsch

Corinna Lütsch ist geschäftsführende Gesellschafterin der mentalenz GbR sowie Lehrkraft für besondere Aufgaben an der FH Kiel. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Teamentwicklung, Business Coaching sowie Selbst- und Zeitmanagement.

www.mentalenz.de

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