Business Coaching, wohin gehst Du?

Kundenstimmen
Letzte Woche landete die Honorarstudie 2016 der Zeitschrift managerSeminare in meinem Postfach. Sie ist für mich eine Art Branchenbarometer.

Eine wesentliche Aussage in Sachen Business Coaching war dabei „Deutliche Honorarsteigerungen im Trainingsbereich gehen an der Dienstleistung Coaching vorbei.“ Weiterhin ging aus der Studie hervor, dass ein Großteil der Coaches 1-10 Coachings im Jahr durchführen. Damit kann – sieht man von nebenberuflichen Coaches ab – Coaching nicht mehr als ein Zusatzverdienst innerhalb eines breiteren Tätigkeitsfeldes sein. Stellt sich jemand als Coach vor, liegt es daher durchaus nahe zu fragen „Und wovon leben Sie?“.

Das klingt nach schlechten Nachrichten für alle die, welche voll Hoffnung auf eine Sinn verheißende Selbständigkeit (nur 17 % aller in der o.g. Studie befragten Weiterbilder sind angestellt) ein Coaching-Zertifikat erwerben.

Grund zur Hoffnung?

Und doch tauchte kurz darauf ein Licht am Horizont auf: Ein Artikel mit dem Titel „Was von der Arbeitswelt übrig bleibt“ von dem meinerseits hochgeschätzten Gunter Dueck.

In diesem beschreibt Herr Dueck die von ihm prognostizierte Entwicklung der Arbeitswelt angesichts fortschreitender Technisierung.

„Die Hälfte der Jobs fällt weg. In den verbleibenden Berufen bleibt nur der komplexe Teil übrig“ ist dort zu lesen. Und „Auf der einen Seite steht also die schöpferische Seite eines Berufes, auf der anderen die ausführende, die sich aller Möglichkeiten der Technik bedient. Die ausführenden Arbeiten […] sind kurz davor, voll und ganz industrialisiert zu werden. Die schöpferische Seite verlangt aber einige Meisterschaft“, so Herr Dueck. Mit lernen sei es da nicht getan, „ein echtes Upgrade“ brauchen wir. Dieses Upgrade illustriert Herr Dueck mit folgenden Kompetenzen:

„Projekte leiten, Managen, Verhandeln, Verkaufen, Überzeugen, Probleme erkennen und beseitigen, andere gut zu verstehen und mit ihnen auszukommen, Durchsetzen, Eigenverantwortung und Selbstdisziplin.“

Ich würde ergänzen Kreativität, Flexibilität, intuieren.

Business Coaching als Lösungsansatz

Und genau hier tut sich m.E. ein großes Betätigungsfeld für Business Coaches auf, denn noch haben die wenigsten Menschen diese Fähigkeiten von zuhause mitbekommen. Wer gefangen ist in statischen Überzeugungen, wer verlernt hat, sich Themen spielerisch zu nähern oder wer ständig mit den Gedanken in der Zukunft ist, dem kann ein Coaching gute Dienste erweisen. Solange an Schulen und Hochschulen vor allem Wissen vermittelt wird, bleibt die zitierte schöpferische Seite ein Stiefkind, das sich beim Eintritt ins Berufsleben einem Upgrade unterziehen muss, um mit zukünftigen Entwicklungen Schritt halten zu können.

Also heißt es für die ambitionierten Coaches durchhalten bis zum Rollout der Soft Skills, die Zeit womöglich zur Selbstreflexion nutzen und das Licht am Horizont im Auge behalten 😉

Autorin: Corinna Lütsch

www.mentalenz.de

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