Lernen: Was Hänschen nicht lernt…

Lernen Laempel… lernt Hans nimmer mehr. Sagt der Volksmund. Im englischsprachigen
Ausland bemüht man den Hund „You can’t teach an old dog new tricks“. Während der  Volksmund manches Mal den Nagel auf den Kopf trifft, liegt er andere Male allerdings auch arg daneben.
So auch im Fall von Hans und dem alten Hund.

 

Der Neurobiologe Gerald Hüther schildert in seinen Vorträgen gerne, dass Menschen auch bis ins hohe Alter hinein noch lernfähig sind. Vorausgesetzt,

das Lernen ist mit einem angenehmen Gefühl gekoppelt. Dann kann laut Hüther auch ein 80-Jähriger, der der Frau seines Lebens ins Gestalt einer 60-Jährigen Chinesin begegnet noch Chinesisch lernen. Die Begeisterung führt dazu, dass sich neuronale Strukturen bilden, die für den Lernerfolg Voraussetzung sind.

Gibt es Bereiche in Ihrem Leben, von denen Sie sagen „Ich bin halt so. Und in meinem Alter wird sich das auch nicht mehr ändern“? Wenn Sie sich dadurch in keiner Weise beeinträchtigt fühlen, prima. Dann gibt es keinen Handlungsbedarf. Sollten Sie sich jedoch wünschen z.B. gelassener / ein guter Koch / eine gute Rückenschwimmerin … zu werden: Legen Sie los. Vorausgesetzt Sie verspüren eine gewisse Leidenschaft für Ihr Lernprojekt können Sie auch im fortgeschrittenen Alter mehr erlernen, als Sie ahnen. Dieser Lernerfolg wird schnell zu einer positiven Lernerfahrung, die dazu führt, dass Sie sich auch an andere Themen herantrauen.

Ich habe vor ca. einem Jahr entdeckt, dass ich eine als Rechtshänderin erzogene Linkshänderin bin. Seitdem trainiere ich das Schreiben mit der linken Hand. Nachdem ich kürzlich gewissermaßen in die 2. Klasse gekommen bin, schreibe ich beinahe nur noch mit der Linken. Ausnahmen sind im Moment meine Unterschrift und das Schreiben am Flipchart. Während sich die meisten Spezialisten einig sind, dass ein Umtrainieren der Schreibhand im Erwachsenenalter kaum / nicht ohne ärztliche Begleitung /ohne unerwünschte neuronale Nebenwirkungen möglich ist, fühle ich mich sehr wohl mit der Umstellung. Damit will ich die kritischen Mediziner keinesfalls Lügen strafen. Ich meine einfach, dass wir Menschen oft zu mehr in der Lage sind, als wir glauben. Und dass Glaubenssätze wie der oben dazu beitragen, dass wir unsere Potentiale nicht nutzen. Das soll nicht heissen, dass jeder mit ein bisschen Interesse auch mit 60 noch zur Star-Pianistin werden kann. Aber „wer weiß, in 50 Jahren?“, so sagt jedenfalls die Yoga-Lehrerin meiner 76-Jährigen Mutter.

Also, was wollen Sie lernen?

Sollten Sie Glaubenssätze oder Überzeugungen über sich selbst haben, die Sie an der Umsetzung hindern, unterstützen wir Sie gerne im Einzelcoaching.

 

P.S. Das auf der Briefmarke abgedruckte Zitat stammt übrigens nur zur Hälfte von Wilhelm Busch.

 

Autorin: Corinna Lütsch
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