Interpretation im Paarcoaching

Corinna Lütsch & carsten SchaefferInterpretation im Paarcoaching

„Er hat sich noch nicht gemeldet. Vermutlich hat er mich vergessen.“ „Sie hat mir schon seit Wochen kein Kompliment mehr gemacht. Ich glaube, sie findet mich nicht mehr attraktiv.“ Oder, wie Watzlawick es ausdrückte: „Wenn Du mich wirklich liebtest, würdest Du gerne Knoblauch essen.“
So und ähnlich klingen Interpretationen, denen wir im Paarcoaching begegnen. Sie gehören zum gängigen Beziehungsalltag, können harmlos sein, bereiten jedoch oft unangenehme Gefühle und können zu Konflikten und gegenseitigen Kränkungen führen.

Um diese Dynamik zu unterbinden, genügt manchmal schon in einem ersten Schritt ein Bewusstsein dafür, wie Interpretation funktioniert und welche Auswirkungen sie hat. Um dies zu verdeutlichen, nutzen wir gerne die von Peter Senge entwickelte „Wahrnehmungsleiter“.

Die Wahrnehmungsleiter ist ein Modell, dass erklärt, wie Interpretation zu selektiver Wahrnehmung führt. Das gilt übrigens nicht nur im Paarcoaching.

Ein Beispiel:

Ein Paar sitzt beim Abendessen und spricht über seine Beziehung.

  1. Auswahl der Daten (Selektion):
    Nur das Negative wird ausgewählt, wie: Du machst mir nie Komplimente als Koch/Köchin (obwohl der Partner häufig in anderen Dingen Anerkennung zollt)
  2. Interpretation: Er oder Sie hat mich nicht mehr lieb. Er/Sie ist nicht mehr in der Lage, mich wertzuschätzen.
  3. Gefühle und Emotionen: Traurigkeit, Angst vor einem Beziehungsende
  4. Schlussfolgerung und Überzeugungen:
    Er/Sie hat einmal mehr bewiesen, dass ihm/Ihr die Beziehung egal ist.
  5. Handlungen aufgrund der entwickelten Überzeugungen und Glaubenssätze:
    Ich koche nicht mehr.
  6. Rückkopplungschleife auf Punkt 1.:
    Es werden in der Zukunft nur noch Daten ausgewählt, die die eigenen Überzeugungen bestätigen. „Das Gute“ wird gar nicht mehr gesehen.

Die Stufen 1-4 laufen in der Regel unbewusst in Sekundenbruchteilen ab. Ist unseren Klienten diese Dynamik bewusst, fällt es ihnen in der Regel leichter, daraus auszusteigen, indem sie sich alternative Interpretationsmöglichkeiten vor Augen führen. Das könnte in unserem Beispiel heissen
abends (beim Essen) ist der Partner oft zu müde, um noch Anerkennung zu zollen (wären er/sie es bei anderen Gelegenheiten ja tut)
das Essen schmeckt mir nicht so besonders (lieben tue ich Dich trotzdem)

u.a.

Probieren Sie’s einmal aus. Wir unterstützen Sie gerne im Paarcoaching.

Ein Paarcoaching kann dazu dienen

  • die Qualität einer Beziehung zu verbessern,
  • die Beziehung zu retten
  • oder in Frieden auseinander zu gehen.

Autoren: Corinna Lütsch & Carsten Schaeffer

www.mentalenz.de

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